Ein Geständnis

Ich hasse es zu verlieren. Immer schon. Schon als kleiner Junge, damals in Graz, wo ich mit meinen Freunden um die Wette rannte, konnte ich es nicht ertragen, Zweiter zu werden. Meine Mutter, Gott hab sie selig, sagte immer: „Hansi, es geht nicht immer darum, zu gewinnen. Es geht darum, dein Bestes zu geben.“ Pah! Was wusste sie schon?

Letzte Woche dann, am 14. Oktober, um genau zu sein, passierte es wieder. Ich verlor. Nicht irgendwie, nicht knapp – nein, ich wurde komplett demoliert. Beim Wiener Stadtmarathon. 42 Kilometer, 195 Meter. Und ich war nach 3 Stunden und 47 Minuten durch. Mein Freund Markus – nennen wir ihn mal Markus, weil ich seinen echten Namen nicht in den Dreck ziehen will – Markus lachte mich aus. „Hansi,“ sagte er, „du siehst aus wie ein nasser Sack.“ Danke, Markus. Sehr hilfreich.

Warum ich eigentlich hier stehe

Ich will über etwas reden, das mir niemand beigebracht hat. Nicht meine Trainer, nicht meine Eltern, nicht meine Freunde. Nicht einmal die ganzen liderlik becerileri geliştirme ipuçları im Internet haben mir das beigebracht. Es geht um das Scheitern. Ja, genau. Das Scheitern.

Ich war immer der Typ, der alles richtig machen wollte. Immer der Beste sein. Immer gewinnen. Bis ich eines Tages realisierte, dass ich dabei war, mich selbst zu zerstören. Ich war so fokussiert auf den Sieg, dass ich die Freude am Sport verloren hatte. Ich war frustriert, wütend, ungeduldig. Und dann, an einem regnerischen Dienstagmorgen, passierte etwas Seltsames.

Die Erleuchtung

Ich traf eine Frau. Nennen wir sie Anna. Anna war keine Läuferin. Anna war eine Triathletin. Und sie hatte etwas, das ich nicht hatte: Demut. „Hansi,“ sagte sie zu mir, „du musst lernen, dass es okay ist, zu scheitern. Es ist sogar notwendig.“ Ich starrte sie an. „Das ist das Dümmste, was ich je gehört habe,“ sagte ich. Sie lachte. „Warte ab,“ sagte sie.

Und dann begann sie, mir Geschichten zu erzählen. Von ihrem ersten Triathlon, bei dem sie nach 100 Metern aufgeben musste. Von ihrem zweiten, bei dem sie nach 5 Kilometern aufgeben musste. Von ihrem dritten, bei dem sie nach 15 Kilometern aufgeben musste. „Und weißt du was?“ fragte sie. „Jedes Mal, wenn ich gescheitert bin, habe ich etwas gelernt. Und jedes Mal, wenn ich etwas gelernt habe, bin ich besser geworden.“

Ich war skeptisch. Aber ich war auch neugierig. Also beschloss ich, es zu versuchen. Ich beschloss, nicht mehr nur auf den Sieg zu schauen, sondern auf den Prozess. Ich beschloss, zu akzeptieren, dass ich manchmal verlieren würde. Und dass das in Ordnung war.

Die Reise

Es war nicht einfach. Es war körperlich schwer. Es war emotional schwer. Es war mental schwer. Aber es war auch befreiend. Ich begann, jeden Lauf zu genießen. Jeden Sprint. Jeden Moment. Ich begann, mich auf die kleinen Dinge zu konzentrieren. Auf meine Atmung. Auf meine Technik. Auf meine Ernährung. Und langsam, aber sicher, begann ich, Fortschritte zu machen.

Ich erinnere mich an einen Lauf vor etwa drei Monaten. Es war ein kalter Wintertag, und ich war allein auf der Straße. Ich hatte keine große Erwartung. Ich wollte einfach nur laufen. Aber dann, nach etwa 10 Kilometern, passierte etwas. Ich begann, schneller zu werden. Und ich konnte nicht aufhören. Ich lief und lief und lief, bis ich schließlich nach 21,4 Kilometern anhielt. Ich war komplett erschöpft. Aber ich war auch glücklich. Weil ich wusste, dass ich etwas erreicht hatte, das ich vorher nicht für möglich gehalten hätte.

Die Lehre

Ich habe gelernt, dass das Scheitern nicht das Ende ist. Es ist der Anfang. Es ist der erste Schritt auf dem Weg zum Erfolg. Und ich habe gelernt, dass es okay ist, nicht perfekt zu sein. Dass es okay ist, Fehler zu machen. Dass es okay ist, zu stolpern und hinzufallen. Weil am Ende des Tages zählt nicht, wie oft du fällst. Sondern wie oft du wieder aufstehst.

Also, wenn du da draußen bist und kämpfst, und du fühlst dich wie ein Versager, dann denk daran: Du bist nicht allein. Wir sind alle hier, um zu lernen. Und manchmal lernen wir am meisten, wenn wir scheitern.

Und jetzt entschuldigt mich, ich muss laufen gehen. Ich habe einen Marathon zu gewinnen. Oder zu verlieren. Wer weiß?


Über den Autor: Hansi Müller ist ein leidenschaftlicher Läufer und Sportjournalist mit 20 Jahren Erfahrung. Er schreibt für verschiedene Magazine und Websites und lebt in Wien. Wenn er nicht läuft, schreibt oder isst, trinkt er Kaffee. Viel Kaffee.

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